Ha, aber mitschreiben kann ich! Textverarbeitung ist ja zum Glück noch lokal installiert und auch ohne Internet voll einsatzfähig. Microsoft will das ja mit dem nächsten Release ein bisschen ändern - Office über den Browser und so. Kann mir aber glücklicherweise egal sein, ich bin ja schon vor langem auf Open Office umgestiegen. Ich werde also sicher auch weiterhin selbst ohne Internetverbindung Texte schreiben können. Ohne Internetverbindung? Wie oft kommt das schon vor? Bei mir zum Glück nicht so oft, ich lebe in einem Land, in dem die Internetanbindung im Normalfall sehr gut ist (heute war ein paar Stunden lang Ausfall - vielleicht ein Bagger am Bau - aber das ist wirklich die Ausnahme). Ordentliche Internetanbindung gibt es aber nicht überall, selbst in unseren Breitengraden nicht (siehe z.B. "Brieftaube so schnell wie Breitband-Internet"). Manch einer würde sagen, das sind vernachlässigbare Fälle. Aber sind Menschen ohne Internet etwa Menschen zweiter Klasse?
Warum rede ich überhaupt vom Einzel-Endbenutzer? Reden wir doch vom Geschäft, Business interessiert uns. Das ist die Welt, in der heute von "Software as a Service" (kurz SaaS), "Service oriented Architecture" (kurz SOA), sowie von SOAP- und RESTful Webservices und B2B die Rede ist. An jeder Straßenecke bietet sich Software heutzutage als Webdienst an (ob's Sinn macht oder nicht). Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir die Anmerkung auf Wikipedia, dass der Begriff "Cloud Computing" eigentlich sehr jung ist und es noch keine eindeutige Definition gibt.
Wie? Alle reden davon, aber wir wissen noch nicht genau, was es ist? Dabei ist es in der IT doch meistens so, dass man wenigstens am Anfang noch eher weiß, wovon die Rede ist. Je mehr Hersteller dann auf den Zug aufspringen, desto schwammiger wird die Geschichte. Es heftet sich dann irgendwann einfach jeder die Sache auf die Fahnen und schreibt es auf die Verpackung. So zum Beispiel ist doch ein jeder Multifunktions-Scanner- Drucker heute schon ein echtes Dokumenten-Management-System (kurz DMS) - hatten wir ja schon vor ein paar Jahren.
Ab wann ist eigentlich ein Dienst im Internet als Beitrag zum Cloud-Computing zu sehen? Könnte man nicht fast jede Website, so zum Beispiel die nicht nur von Privatleuten, sondern auch vom IT-Support-Business viel genutzte Google-Suche als solchen Beitrag ansehen? Oder Übersetzungsseiten wie Leo?
Webanwendungen wie Google-Docs, Salesforce-CRM, mite, Zoho und wirklich viele, viele andere gehören sowieso zu den Webdiensten für IT-Auslagerer. Aus meiner Sicht machen sie vor allem dort wirklich Sinn, wo unterschiedliche Unternehmen reibungsloser zusammenarbeiten wollen (z.B. Programm im Reisebüro schickt Reservierungsanfragen an diverse Hotels und Fluglinien).
Wie auch immer: So wandert schließlich die gesamte IT-Abteilung in die Cloud und wenn man ein Problem hat, tönt mitunter auch eine halbwegs verständliche, englische Stimme über die Online- Meeting-Software aus dem Nebel der Cloud (vorausgesetzt, es handelt sich nicht um ein Internetproblem und man versucht es zur richtigen Tageszeit). Ich habe allerdings auch schon von einem Fall gehört, bei dem es dann Streit zwischen den (nunmehr separaten) Firmen gegeben hat und die nach Fernost ausgelagerte Programmierfirma einfach alles zusammengepackt hat und abgetaucht ist - sozusagen verschwunden im Bermudadreieck der Cloud.



