Das Buch "Datenqualität erfolgreich steuern" des vierköpfigen Autorengespannes Apel, Behme, Eberlein und Merighi kommt als gebundene Ausgabe mit handlichen rund. 280 Seiten daher. Es besitzt eine klare Dreiteilung: theoretische Grundlagen, technische Umsetzung und Projektbeispiele. Die theoretischen Grundlagen im ersten Teil umfassen Erläuterungen darüber, was man unter Datenqualität versteht, wie sie erreicht wird und welche negativen Auswirkungen sich für das Unternehmen aus schlechter Qualität ergeben. Die Definition und die Anwendung von entsprechenden Kennzahlen geben dem Phänomen im Rahmen des Möglichen eine messbare Seite. Dieser Teil des Buches definiert viele Begriffe und beugt somit Missverständnissen im weiteren Verlauf vor, hat mich jedoch an einigen Stellen an alte Uni-Lehrbücher erinnert.
Der zweite Teil beleuchtet die technische Umsetzung, ohne sich dabei auf ein Tool, sei es ETL oder Datenbank, festzulegen. Es werden Themen wie Profiling, Validierung, Standardisierung sowie Bereinigung, Anreicherung, Sinn und Nutzung von Metadaten, Monitoring und einiges Wichtiges mehr behandelt. Die technische Neutralität hat jedoch den Nachteil, dass der Leser viel Transferleistung aufbringen muss, um für sein technisches Umfeld Umsetzungen zu erarbeiten.
Und schließlich der dritte und letzte Teil. Dieser hat die Projektpraxis von der Studie über Spezifikation und Konstruktionsphase bis hin zur Realisierung zum Thema. In diesem Teil ist besonders deutlich zu erkennen, dass die Autoren ihre Erfahrung haben einfließen lassen. Die Erläuterungen lassen keinen wichtigen Punkt unberücksichtigt, und alle Punkte sind nachvollziehbar und auf die eigene (Unternehmens-)Situation übertragbar.
Insgesamt ist das Buch mit dieser Gliederung recht übersichtlich, aber bisweilen wird mit zu vielen kleinen nummerierten Abschnitten, die lediglich aus ein bis zwei Sätzen bestehen, etwas übertrieben. Eine einfache Aufzählung hätte hier bestimmt zu einem kompakteren Erscheinungsbild geführt. Fakten und Behauptungen werden durch eine Vielzahl von Verweisen untermauert. In Kombination mit dem stattlichen Inhaltverzeichnis ist das Buch damit ein idealer Ausgangspunkt, um weiterführende Literatur und Quellen für interessante Themen und Details zu finden. Die Abbildungen lockern den Text auf, sind aber an einigen Stellen recht nichtssagend oder gar überflüssig.
Insgesamt ein durchaus interessantes Buch, welches das Thema Datenqualität gut beleuchtet und Lösungen aufzeigt. Gut gefallen hat mir, dass die Autoren viel ihrer Erfahrung in das Werk gesteckt haben. Dass ihr Schreibstil manchmal nicht ganz so erfrischt und bestimmt nicht jedermanns Sache ist, tut dem keinen Abbruch. Meine persönlichen (Schul-)Noten daher: didaktische Umsetzung 2, technisches Niveau 2-3 und eine Gesamtnote von einer guten 2.




